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Rosenkreuzer im 19. Jahrhundert

Zwischen dem Bestehen des Ordens der Gold- und Rosenkreuzer und dem Auftreten der ersten neuen organisierten Rosenkreuzergemeinschaften des 19. Jahrhunderts besteht eine Lücke von knapp 100 Jahren. Etwas überbrückt - wenn auch nicht geschlossen - wird diese Lücke durch die Thematisierung der Rosenkreuzer in den Hochgraden der Freimaurer. Eine organisierte Form des Rosenkreuzertums über die Interessen Einzelner und den ritualisierten Umgang in einem freimaurerischen Grad hinaus läßt sich jedoch für diese Zwischenzeit nicht nachweisen. Insofern kann sicher zu Recht von einer Renaissance des Rosenkreuzertums gesprochen werden, wenn nun in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wieder Bewegungen entstehen, die das Rosenkreuz im Namen führen.

Vorbild dieser neuen Rosenkreuzer war vor allem der Orden der Gold- und Rosenkreuzer, von dem vielfach nicht nur das Gradsystem, sondern auch die Beschäftigung mit der Kabbala als einem Hauptgegenstand der Lehre übernommen wurde. Nicht mit übernommen wurde hingegen der bei den Gold- und Rosenkreuzer ausgeprägte starke Bezug auf das Christentum und die in ihm zum Ausdruck kommende christliche Frömmigkeit. Die in diesem Kapitel zu behandelnden Rosenkreuzergruppen setzen zwar vereinzelt noch das Bekenntnis zum Christentum voraus, ihr eigentliches Interesse gilt aber der ,Geheimwissenschaft" im weitesten Sinne oder spezieller der Magie. Es tritt eine deutliche Verschiebung der Inhalte von christlich-mystischer zu mehr magisch-okkulter Betätigung auf.

Geändert hat sich bei diesen neuen Rosenkreuzergruppen nicht nur die Beziehung zum Christentum, sondern zunehmend auch das Verhältnis zur Freimaurerei. Bereits im 18. Jahrhundert war bei den Gold- und Rosenkreuzern die Verbindung mit der Freimaurerei eine relativ lose und nur äußerliche, waren die Gold- und Rosenkreuzer doch keine ,regulären" anerkannten Freimaurer in der Tradition der Londoner Großloge. Die Tendenz der Loslösung der rosenkreuzerischen Organisationen von der Freimaurerei verstärkte sich im 19. Jahrhundert weiter, auch wenn die Freimaurerei vielfach den Mutterboden und den Ausgangspunkt für das Interesse am Rosenkreuzertum lieferte. Immer weniger spielt die Beziehung zu oder gar die Mitgliedschaft in einer regulären Freimaurerloge eine Rolle. Gleichwohl werden dennoch etliche typische freimaurerische Elemente wie vor allem die Arbeit an symbolreichen Ritualen im abgeschlossenen Raum einer Loge beibehalten.

 


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